21. Februar 2019

Küsse für Simone de Beauvoir ღ

Am Sonntag habe ich Simone de Beauvoir, eine meiner absoluten Lieblingsschriftstellerinnen, auf dem Friedhof Montparnasse besucht.
Mit der Métro Linie 6 stieg ich an der Station "Raspail" aus und nahm den ersten Ausgang "bd Edgar Quinet, Cimetière du Montparnasse". Von dortaus war es nur noch ein kurzer Fußweg ganz unkompliziert geradeaus. Das Wetter war mit 17 Grad und Sonnenschein perfekt für einen Friedhofsspaziergang und

der Friedhof erschien mir wie eine ruhige und liebevoll gepflegte Oase inmitten der Großstadt! 



Das Grab von Simone befand sich direkt im ersten Gang, rechts neben dem Eingang.
Ich war sehr überrascht, als ich sah, dass viele Menschen Lippenstiftküsse auf dem Grabstein von Simone de Beauvoir und Jean Paul Sartre hinterlassen hatten. Wie romantisch! Natürlich wollte ich der grandiosen Schriftstellerin nun auch einen Kuss dalassen. Da ich am Abend zuvor auf einem klassischen Konzert gewesen war, hatte ich zufällig sogar einen Lippenstift dabei. 
Dieses Ritual und das gefühl von dem kalten Stein unter meinen Lippen wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben! Mein Kuss sitzt übrigens auf dem "oi" von Beavoir! ;)



 

12. Februar 2019

Rezension zu » Die Krone der Dunkelheit «


Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Meine liebste Lesefreundin Lisa von Love and Live hatte mir das Buch zu meinem letzten Geburtstag geschenkt. Bisher habe ich nur die Young Adult Romane von Laura Kneidl gelesen, dies ist mein erstes Fantasy Werk von ihr.

Handlungsüberblick:

Der Leser taucht ein in eine magische Welt, und erkundet sie aus verschiedensten Perspektiven durch die wechselnden Erzählstimmen. Innerhalb dieser Welt gibt es Thobria (das sterbliche Land), Melidrian (das magische Land) und das Niemandsland als Grenze zwischen den beiden Ländern. Das magische Land unterteilt sich in den Königshof der Unseelie, dem die magischen Elemente Wasser und Erde angehören, und den Königshof der Seelie, dem die magischen Elemente Feuer und Luft zugeordnet sind. Wir begleiten die menschliche Freya auf der Suche nach ihrem verschollenen Bruder und Thronfolger Talon. Wir erleben die Kämpferin Ceylan dabei sich als Wächterin für das Niemandsland zu beweisen und den Prinzen Kheeran der Unseelie, der alles andere als König werden will. Außerdem bereisen wir die Welt aus der Perspektive von Weylin, dem Blutsklaven der Königin der Seelie, der für seine Königin einen ganz besonderen Auftrag ausführen soll…

Mein Bucheindruck:

Das Cover ist der Wahnsinn. Die Sandkörner der Sanduhr heben sich von dem Bucheinband ab und sind sogar fühlbar. Ich mag die Farbkombination aus dem schwarzen Sand und dem Hellblau sehr gerne. Nach der Lektüre des Buches erschließt sich auch, warum gerade eine Sanduhr für das Cover gewählt wurde. Ich finde es immer klasse, wenn Gegenstände aus dem Buch im Cover wieder aufgegriffen werden. So ist es auch hier.

Mein Leseeindruck:

Eigentlich tu ich mich sonst immer sehr schwer mit dem Einstieg in Fantasybücher. Doch bei diesem Buch war ich direkt bei den ersten Seiten mit dabei. Die Geschichte und vor allem Lauras Erzählstil fesselten mich.

Erst war ich etwas skeptisch, ob es Laura ebenso gut gelingen würde Fantasy zu schreiben, wie Young Adult doch nun kann ich sagen: Sie hat mich völlig überzeugt und ich fiebere dem zweiten Band entgegen. Das Buch endet übrigens mit einem bombastischen Cliff-Hanger, der das Warten auf die Fortsetzung vermutlich unerträglich machen wird…

Die Figuren sind sehr facetten- und deteilreich gestaltet, sodass sie mir greifbar und authentisch erschienen. Natürlich hatte ich trotzdem meine Lieblingscharaktere. Besonders angetan war ich von den beiden starken Frauenfiguren Ceylan und Freya. Daran begeisterte mich am meisten, dass das Thema Feminismus hier ganz beiläufig und ohne viel Aufhebens mit in das Buch eingeflochten wurde. Ebenso verfuhr Laura Kneidl mit dem Thema Homosexualität, das ganz feinfühlig die Erzählwelt durchdrang. Eine Welt, die dadurch durch und durch zeitgemäß wirkt und trotzdem mit Charme des Vergangenen aufwarten kann. Ich war hin und weg!

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Besonders gut gefallen hat mir der dynamische Perspektivwechsel mit kurzen Kapiteln: Dadurch lernte man die Welt schnell aus verschiedenen Blickwinkeln kennen.

Auch Lauras Art die Figuren und Schauplätze zu beschreiben ist einfach wundervoll. Ich könnte mir richtig gut eine Kinoverfilmung der Reihe vorstellen, so plastisch standen mir manchmal die Charaktere und Orte vor Augen. Einfach wunderbar.

Mein Abschlussfazit:

Laura Kneidl hat mich mit diesem Buch 100 prozentig überzeugt. Das Buch war bisher mein Lesehighlight 2019! Ihr Lieben, lest es!!!!