17. Januar 2019

Rezension zu » Wir können alles sein «

Wie ich auf das Buch aufmerksam wurde:

Ich wurde durch Lovelybooks auf das Buch aufmerksam. Dort habe ich das Buch bei dem diesjährigen Adventskalender gewonnen. Das Cover und der Klappentext haben mich sehr angesprochen.


Handlungsüberblick:

"Wir können alles sein" ist eine Geschichte über Trauer, Spiritualität und eine tiefe lesbische Liebesgeschichte.

Mein Bucheindruck:


Ich liebe das Cover! Die beiden Silhouetten der Frauenköpfe, die ineinander übergehen und die Farbgestaltung passen wunderbar zur Thematik. 
Auch die Bleistiftzeichnungen, die im Buch enthalten sind, emfand ich als sehr gut auf den Inhalt abgestimmt.


Mein Leseeindruck:


Anfangs erschien mir die Spiritualität etwas fremd, trotzdem habe ich mich sehr gern auf dieses Buch eingelassen und mich am Ende sehr zwischen den Seiten wiedergefunden. Durch das Buch zieht sich eine tiefe Melancholie, die mich schwermütig und nachdenklich werden ließ. Es ist ein Buch, das tief unter die Haut geht und viel Stoff zum Nachdenken bereithält. "Wir Können alles sein" ist alles andere als eine oberflächliche Wohlfühllektüre. Beim Lesen stieg ich tief hinab in meine eigenen Abgründe, lernte mich, meine Gedanken und auch meine Ängste besser kennen. Es ist ein ernsthaftes Buch.

Die beiden Protagonistinnen blieben mir das ganze Buch über etwas fremd, aber es war auch spannend, sie so aus der Distanz betrachten zu können und durch sie zum Nachdenken angeregt zu werden. 

Mein Eindruck vom Schreibstil:

Das Buch ist sehr wortgewaltig. Einige Stellen habe ich lit Post-Its versehen, da sie mir besonders gefallen haben und ich mich mit ihnen vollkommen identifizieren konnte. Diese Textstellen werden mir noch lange im Gedächtnis bleiben.  



Mein Abschlussfazit:

"Wir können alles sein" ist eine tiefgründige, wortgewagte, ehrliche, ungeschönte und vor allem sehnsuchtsvolle lesbische Liebesgeschichte, die zum Nachdenken anregt.



16. Januar 2019

» Colette - Der Film « Die Vorpremiere

Am Donnerstagabend war ich bei der Vorpremiere des Kinofilms "Colette" in Paris. Ein Film von Wash Westmoreland, gewidtmet an seinen verstorbenen Lebenspartner Richard Glatzer. Diesen Film auf die Leinwand zu bringen, war ein lang gehegter Traum von Richard. Er bat Wash vor seinem Tod, durch die Krankheit ALS, den Film endlich auf die Leinwand zu bringen.



Am 16 Januar kommt der Film offiziell in die französischen Kinos, in Berlin läuft der Film bereits seit Anfang Januar. 

Für mich war diese Vorpremiere unglaublich! Colette ist eine meiner Lieblingsschriftstellerinnen und Keira Kightley einfach eine bezaubernde Schauspielerin, daher war ich unheimlich froh, doch noch kurzfristig Karten für die Vorpremiere ergattert zu haben. Bei der Vorpremiere waren sowohl der Regisseur Wash Westmoreland als auch die Hauptdarstellerin Keira Kightley dabei.



Die Schlange vor dem Cinéma Gaumont Champs Elysées war enorm und da es freie Platzwahl war, hatte ich schon Sorge, keinen guten Platz mehr zu erwischen, aber da der Film gleichzeitig in drei Kino-Sälen gezeigt wurde, hatte ich Glück. Ich erwischte einen Platz in der Mitte und hatte einen wunderbaren Blick. 


Wash Westmoreland hatte extra eine Rede auf französisch vorbereitet, die er mit einem hinreißenden englischen Akzent vorlas. Die Rede war unheimlich witzig, denn er sagte zum Beispiel, dass er versucht hat, den Film möglichst wirklichkeitsgetreu zu machen und dass die Franzosen hoffentlich nur stören würde, dass der Film nicht auf Französisch ist.
Keira richtete leider nicht viele Worte an das Publikum, sie wünschte nur einen guten Film. 




Der Film handelt von der bekanntesten französischen Schriftstellerin Sidonie-Gabrielle Colette (gespielt von Keira Knighley) und ihrem Ehemann Willy, der sie zum Schreiben zwang und ihre Bücher dann unter seinem Namen veröffentlichte. Die "Claudine" Reihe wurde ein unfassbarer Erfolg. Der Film erzählt von der Entstehung der Claudine-Reihe, davon, wie sich Colette von Willy befreit und auch von Colettes Beziehung zu Missy, die als Mann im Theater auftritt und offen lesbisch lebt. Ein starker Film über eine starke Frau!

Wash Westmoreland hatte recht: Natürlich war es etwas seltsam, Englisch zu hören, während man die Bilder aus Frankreich und Paris vor Augen hatte. Trotzdem war der Film wunderbar! Mich beeindruckte vor allem die Detailverliebtheit des Films. Außerdem haben die Schauspieler fantastisch gespielt. Ich spreche eine absolute Filmempfehlng aus! Nicht nur für Colette- und Literaturfans!
Ich schwelge immer noch in Erinnerungen! Meine verstorbene Lieblingsschriftstellerin zum Leben erweckt zu sehen, war einfach einmalig schön!